Ayurveda - Ernährung

Jeder is(s)t anders

Von Kerstin Rosenberg

Ayurveda, das traditionelle Medizin- und Gesundheitssystem Indiens legt großen Wert auf die tägliche Ernährung. Mit dem, was wir essen und wie wir es zubereiten, bestimmen wir tagtäglich über Vitalität, Leistungsfähigkeit, Gesundheit oder Krankheit. Wichtig für eine gesunde Ernährung ist die individuelle Verträglichkeit: Denn wir alle verfügen über eine einzigartige Konstitution, die auch über die Verträglichkeit und Verstoffwechslung der Nahrung bestimmt. Um gesund zu sein, benötigen wir also einen Ernährungsstil, der zu unserer Konstitution passt. Dabei gilt, je schwächer das Verdauungsfeuer (Agni) brennt, um so leichter sollte die Nahrung aufzuschlüsseln sein. Dies ist nicht nur für die Verdauung und Figur empfehlenswert, sondern auch als präventive  Vorsorge gegen ernährungsbedingte Erkrankungen, zu denen im Ayurveda nicht nur die typischen Verdauungsstörungen wie Durchfall, Verstopfung oder Reizdarm zählen, sondern auch Asthma, Rheuma oder Diabetes.


Welcher Ernährungstyp sind Sie?

Vata:
Sind Sie von Natur aus schlank und feingliedrig gebaut, haben eine trockene, empfindliche Haut, frieren leicht und neigen zu unregelmäßiger Verdauung und Blähungen?
Leiden Sie unter Nervosität, Schlafstörungen, Untergewicht, Auto-Immun-Erkrankungen, Beschwerden des Bewegungsapparats oder Nervensystems?

Pitta:
Sind Sie von Natur aus athletisch und sportlich, haben eine rötliche Haut oder Sommersprossen, schwitzen häufig und verfügen über ein guten Appetit und Verdauung?
Leiden Sie unter Übersäuerung, Entzündungen, Hauterkrankungen, Durchfall oder Herz-Kreislaufbeschwerden?

Kapha:
Sind Sie von Natur aus kräftig gebaut, neigen zu Gewichtszunahme, bewegen sich eher langsam und verfügen über eine gute Ausdauer und Belastungsfähigkeit?
Leiden Sie unter Übergewicht, Diabetes, Atemwegserkrankungen oder depressiven Verstimmungen?


Je nach dem, welche Symptome überwiegen: Mit einer typgerecht abgestimmten Ernährung können wir das körperliche und mentale Gleichgewicht stärken und die Ursache ernährungsbedingter Beschwerden vermeiden.


3 wichtige Ernährungsempfehlungen für jeden Typ

Zum Vata-Ausgleich

• Drei warme und gekochte Mahlzeiten am Tag einnehmen
• Auf regelmäßige Mahlzeiten achten und eine ruhige Atmosphäre beim Essen
• Mit verdauungsfördernden Gewürze wie Ingwer, Kreuzkümmel, Hing (Asafötida), Fenchel, Zimt und Anis kochen

Zum Pitta-Ausgleich
• Saure und erhitzende Nahrungsmittel, wie Zitrusfrüchte, saure Beeren, Essig, Tomaten, Salz, Alkohol, rotes Fleisch oder saure Milchproduke möglichst meiden
• Die Hauptmahlzeit am Mittag einnehmen und mit etwas Süßem beginnen
• Zum Ausgleich des Verdauungsfeuers mit ausgleichenden Gewürzen wie Kurkuma, Koriander, Fenchel, Kardamom und frische Gartenkräuter kochen

Zum Kapha-Ausgleich
• Nicht zuviel Essen und Zwischenmahlzeiten meiden
• Am Morgen und am Abend auf alles Schwere wie Rohkost, Käse, Fleisch oder Sahne verzichten
• Das Verdauungsfeuer mit scharfen Gewürzen und bitteren Kräutern, wie Chilli, Pfeffer, Ingwer, Meerrettich oder Kresse anregen


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